Der Tag danach

In früheren Jahren traf sich ein Teil der jungen Leute am Tag nach dem Schützenfest zu einem Zug durch die Gemeinde. Man zog durch einige „Hööke“ und Nachbarschaften von Haus zu Haus. Dabei gab es dann etwas gegen den Durst (oder Nachdurst). Alle besuchten Häuser steuerten etwas dazu bei. Häufig war bei diesen Umzügen auch Musik dabei.

Zum Abschluss des Umzuges traf man sich oft bei Jeusfeld. Nicht selten wurde ein Kalb geschlachtet oder ein Reh geschossen und zubereitet verzehrt.

In späteren Jahren nahm man vom Bummelzug Abstand. Der harte Kern trifft sich am Tag danach bei der Königin zum verspäteten Frühschoppen. Anschließend wird der Torfvogel abgeworfen (in letzter Zeit eine mit Wasser gefüllte Flasche). Der siegreiche „Torfkönig“ wählt sich dann einen seiner Schützenbrüder zur Königin. Mit einem lustigen Trinkgelage (Nachdurst löschen) geht dann aber endgültig das Schützenfest zu Ende.

Bei den Schützenvereinen des Kreises Borken war in früheren Jahren am dritten Tag des Schützenfestes vielfach das Scheibenwerfen üblich. Haben am vorigen Tage die Männer um die Königswürde gestritten, so wetteifern jetzt die Mädchen um die Würde der Scheibenkönigin. Auch diese wählt sich einen König und einen Hofstaat.

Quelle: Chronik 100 Jahre Hülstener Schützen

 
                       

Torfkönig 1976: Walter Niewerth                                            Torfkönig 2003: Klaus Wahlers und Ralph Sender
und Erwin Schemmer

 

Im Jahr 2007 traf man sich auf dem Hof von Königin Nicole Firley. Nachdem die Flasche Wasser wieder einmal durch hartes austüfteln aller Anwesenden in der richtigen Art und Weise unter Einhaltung der gültigen Richtlinien aufgehangen wurde, begannen die Kleinen Wurfgeschosse zu sammeln. Diese können später von den Schützen für eine kleine Spende erworben werden. An der Stange herrschte bei mäßigem Wetter zunächst nur wenig Betrieb. Mit Auftreten der Sonne wurde es dann auch an der Stange voller und es gab nur noch kaum Pausen. Öfters glaubte man schon den neuen König gefunden zu haben, als Steine die Flasche getroffen hatten, doch wichtig beim Torfkönig Schießen ist nicht nur das genaue Zielen, sondern auch die passende Geschwindigkeit. So war es Ralph Schemmer, der genau dies vereint hatte und den goldenen Wurf landen konnte. Als Königin wählte er sich Benno Schmäing an seine Seite. Nachdem König und Königin angemessen gekleidet und hergerichtet wurden, wurden beide zurück in die Festscheune gefahren. Dort fand dann nach der zackigen Parade der Kompanie der Königstanz statt. Anschließend wurde noch einige Stunden gefeiert und Resümee gezogen über ein rundum gelungenes Jubiläumsschützenfest!


Torfkönig 2007: Benno Schmäing und
Ralph Schemmer