Unser Schützenverein

 

Im Mittelalter war die Gemeinde Reken oder das Kirchspiel Reken in drei Bauernschaften eingeteilt, wovon jede eine eigene Schützengilde hatte. Das waren die Schützengilde der Kirchbauernschaft, die Schützen der Middelbauernschaft und die Schützen der Hülsterbauernschaft.

Das Studium der Statuten – falls noch vorhanden – ergibt, dass reine Schützenvereine sich neben dem Übungsschießen auch noch in der Ertüchtigung der männlichen Bevölkerung im Umgang mit Schusswaffen zur Erhaltung der Wehrkraft besonders hervortaten. In der turbulenten Zeit des 30-jährigen Krieges bestand die Aufgabe der Schützengilden darin, die Bevölkerung in die in den Sümpfen angelegten Fliehburgen in Sicherheit zu bringen. Diese Aufgaben haben sie offenbar vortrefflich erfüllt.

Von alten Hülstenern wird berichtet, dass der Fürstbischof von Münster 1575 der Hülstener Schützengilde als besondere Auszeichnung einen silbernen Vogel verliehen habe. Über den Verbleib ist nichts bekannt.

Die Bedeutung der Hülstener Schützengilde ging in den folgenden Jahrhunderten zurück. Die wehrhaften Hülstener Schützen lösten sich langsam auf und schlossen sich zum Teil dem Rekener Schützenverein und dem Schützenverein der Middelbauernschaft an.

Im Jahre 1882 gab es in Hülsten jedoch ein Vogelschießen. Es ist überliefert, dass nach zähem Ringen an der Vogelstange Bernhard Schöttler den Vogel abschoss. Seine Mitregentin war Frl. Brockmann. Beim anschließenden Krönungsball auf einem Bauernhof kam es dann zu schweren Auseinandersetzungen. Der damalige Bürgermeister aus Hülsten und der Pfarrer aus Groß Reken haben daraufhin weitere Schützenfeste untersagt.

Im Gegensatz zu anderen westfälischen Landschaften spielte beim Schützenfest im Münsterland das Bier nicht so eine dominierende Rolle. Das münsterländische Festgetränk war eigentlich der Schnaps. Im Mittelpunkt des Schützenfestes des 19. Jahrhunderts stand das Tanzen, welches für die Menschen der damaligen Zeit die Faszination eines Festes ausmachte. Der Tanz war irgendwie ein Ausdruck des neuen Lebensgefühls der damaligen Jugend geworden.

Die Tanzfreude und der enorme Branntweingenuss der Jugendlichen führte dazu, dass die Geistlichkeit und die Behördenvertreter Sitte und Moral gefährdet sahen und gegen diese „Unsitte“ vorgingen und manche Schützenfeste kurzerhand verboten wurden.

Der „Allgemeine Bürgerschützenverein Hülsten“ in der heutigen Form wurde 1907 gegründet. Damals traf sich eine große Anzahl Hülstener Bürger und beschloss einen Verein zu gründen. Der Sinn und Zweck des Vereins sollte hauptsächlich darin bestehen, den Gemeinsinn und die Zugehörigkeit der Gemeindemitglieder von Hülsten besser hervorzuheben, das nachbarliche Verhältnis der Hülstener mehr zu pflegen und die Hilfe bei etwaigen Unglücksfällen besser gestalten zu können. Da man auch ab und zu ein Schützenfest feiern wollte, wählte man für den Verein den Namen „Allgemeiner Bürgerschützenverein Hülsten“.

Bei der Gründungsversammlung am 5.7.1907 wurden auch die Statuten beschlossen. Diese Statuten waren lange Jahre die Grundlage für ein erfolgreiches Vereinsleben. Sie wurden 1950-51 der damaligen Zeit entsprechend angepasst.

1964 wurde schon über eine Eintragung in das Vereinsregister diskutiert. Die Diskussion wurde 1988 verstärkt wieder aufgenommen. Seit dem 23.März 1995 ist der Verein als „Allgemeiner Bürgerschützenverein Hülsten e.V.“ mit einer neuen Satzung im Vereinsregister eingetragen.

 

Der Wahlspruch unseres Schützenvereins ist,

 

„Ordnung! Eintracht! Frohsinn!“

 

Welche Bedeutung steckt dahinter?

Ohne eine – wie auch immer gestaltete – Ordnung ist eine funktionsfähige Gemeinschaft nicht denkbar. Diese, schon in den alten Statuten geregelte Ordnung, gilt es zeitgemäß zu erhalten mit dem Willen eines jeden Mitgliedes sich darin einzufügen.

Eine selbstverständliche Forderung für eine Vereinigung ist die Eintracht. Sie ist eine unerlässliche Voraussetzung für das Leben unseres Schützenvereins und die Feier des Schützenfestes. Nur die Akzeptanz und die Anerkennung des Anderen macht diese Eintracht möglich.

Das Ergebnis von Ordnung und Eintracht führt zum Frohsinn in der Gemeinschaft und beim Schützenfest. Frohsinn der von innen kommt und der von Ausgeglichenheit und Verbundenheit zeugt.

Das alles zusammen macht die Funktionsfähigkeit und das Miteinander in unserem Schützenverein aus.

Ordnung! Eintracht! Frohsinn!

 

Quelle: Chronik 100 Jahre Hülstener Schützen